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Der tote winkel
Kapitel 1 - 2 - 3 - 4 - 5


Kapitel 2

Sveiks, Janis!«
Janis drehte sich um und rief in die Wohnung zurück:
»Mama, da ist Peteris! Wir gehen raus, spielen!« Zu Peteris
sagte er: »Was sollen wir machen? Fußball spielen?«
»Nein«, antwortete Peteris, »lass uns unten im Hafen auf
Schatzsuche gehen.« Das brauchte er Janis nicht zweimal zu
sagen.
Da Ventspils über einen der größten Häfen Lettlands verfügte, gab es dort noch viele unerforschte Winkel, sogar für zwei neugierige, zehnjährige Jungen, die in dieser Stadt aufgewachsen waren. Von seinem Fenster aus hatte Peteris gesehen, dass mehrere Boote im Hafen verlassen wirkten. Sie lagen am Kai, ohne dass sich jemand um sie zu kümmern schien. Er hoffte, dass Janis es wagen würde, sich mit ihm zusammen an Bord zu schleichen. Wer konnte schon wissen, was man fand, wenn man erst einmal an Bord war? An Bord von Schiffen, die auf den sieben Meeren gefahren waren, von denen der Lehrer im Erdkundeunterricht erzählt hatte.
Am südlichen Kai lagen die Boote in mehreren Reihen nebeneinander. Kähne, Fischerboote, kleinere Frachtschiffe
mit Autoreifen längsseits, die gegeneinander rieben. Einige
Schiffe waren weiß und frisch gestrichen, an anderen war die Farbe längst abgeblättert. Janis und Peteris hofften, dass niemand sie wegjagen würde. Peteris machte den ersten Fund, eine rostige Laterne, die auf der Erde lag. Sie wagten sich an Bord eines Kahns, aber alle Türen waren abgeschlossen. Ein größerer, rostiger Frachter wirkte vielversprechend. Doch an Deck kamen sie nicht, weil es keine Gangway gab.
Etwas weiter, am Ende des Kais, entdeckte Janis ein Fischerboot, das im Trockendock stand. Als sie näher kamen,
entdeckten sie, dass jemand eine Leiter an die Bordwand gelehnt hatte. Die Farbe war fast vollständig abgeblättert, nur eine Rostschicht kleidete das Boot.
»Wir klettern hoch«, sagte Peteris. Janis folgte ihm zögernd auf die Leiter. An Bord häufte sich der Müll: Plastikflaschen, alte Schuhe, Reste von Stahlseilen, Kartons, Tauenden, leere Dosen. Die Türen standen weit offen. Peteris trat in die Steuerkabine.
Alle Instrumente fehlten dort, und ein Steuerrad
gab es auch nicht mehr. Als er wieder an Deck trat, durchwühlte der zusammen mit Janis die Müllberge. »Was hältst du davon?«, meinte Janis und hielt eine Zigarettenschachtel aus Blech in die Luft. »Ach was!«, erwiderte Peteris, und Janis warf die Schachtel beiseite.
Janis ging vor zu einer großen Luke, die sich mitten auf
dem Deck befand. »Hier wurde bestimmt der Fang verstaut«,
sagte er. Er rüttelte an der Luke, die schwer, aber nicht abgeschlossen war. Gemeinsam öffneten sie sie. Im Inneren
des Bootes gab es eine festgeschweißte Eisenleiter. »Komm«,
sagte Peteris. »Es stinkt«, meinte Janis, kletterte aber doch hinterher. Unten lag noch mehr Abfall, und vieles war zerstört worden. Offenbar waren sie nicht die Ersten, die das Boot durchsuchten. Janis kroch durch ein Loch in den vorderen Laderaum.
»Schau mal, was ich gefunden habe«, rief er. »Was?«, fragte
Peteris. Janis kroch wieder nach draußen. In der Hand hielt er ein Buch. Sie kletterten wieder an Deck und betrachteten es bei Tageslicht. Das Buch hatte einen goldgrün geprägten Deckel und sehr dünnes Papier. Die eine Ecke war feucht geworden und daher etwas dunkler und nicht mehr so schön, aber ansonsten war das Buch unbeschädigt. Merkwürdig waren jedoch die geschwungenen Zeichen auf der Rückseite. Janis und Peteris hatten so etwas noch nie gesehen und wussten nicht, was das für ein Buch war. Als sie es aufschlugen, sahen sie, dass alle Seiten mit ähnlichen Zeichen bedruckt waren.
»Das sind bestimmt magische Zeichen«, sagte Janis.
»Glaubst du nicht auch?«
Ein Zettel fiel aus dem Buch. Janis bückte sich und hob ihn
auf. Vier Zeilen, die ebenfalls aus diesen seltsamen Zeichen bestanden. Er legte den Zettel in das Buch zurück.
Als er wieder zu Hause war, zeigte Janis seiner Mutter ihren Fund. Sie fragte ihn sofort, wo er so ein schönes Buch entdeckt habe. Janis und Peteris erzählten, während sie sich gegenseitig ins Wort fielen, wie sie in das Fischerboot geklettert waren. Die Mutter schimpfte sie ein wenig, aber das Buch interessierte sie. Auch sie wusste nicht, um welche Schriftzeichen es sich handelte. »Ich frage Valdis«, sagte sie. »Der ist Kommissar und hat schon viel gesehen. Vielleicht kennt er sich damit aus.«
Da Valdis ihr Nachbar war, ging sie sofort ins Treppenhaus.
Janis und Peteris wussten nicht, wie sie erklären sollten, dass sie das Buch einfach aus einem der Boote im Hafen mitgenommen hatten, und getrauten sich deswegen nicht mitzugehen.
Aber Valdis schien nicht böse zu sein, jedenfalls sagte
Janis’ Mutter nichts dergleichen, als sie ein paar Minuten später zurückkam.
»Valdis sagt, dass sei Arabisch«, sagte sie. »Die Araber
schreiben so. Und sie schreiben rückwärts. Die letzte Seite
eines Buches ist bei ihnen die Titelseite.«
Janis nahm das Buch in die Hand undden und daher etwas dunkler und nicht mehr so schön, aber ansonsten war das Buch unbeschädigt. Merkwürdig waren jedoch die geschwungenen Zeichen auf der Rückseite. Janis und
Peteris hatten so etwas noch nie gesehen und wussten nicht,
was das für ein Buch war. Als sie es aufschlugen, sahen sie, dass alle Seiten mit ähnlichen Zeichen bedruckt waren.
»Das sind bestimmt magische Zeichen«, sagte Janis.
»Glaubst du nicht auch?«
Ein Zettel fiel aus dem Buch. Janis bückte sich und hob ihn
auf. Vier Zeilen, die ebenfalls aus diesen seltsamen Zeichen bestanden. Er legte den Zettel in das Buch zurück.
Als er wieder zu Hause war, zeigte Janis seiner Mutter ihren Fund. Sie fragte ihn sofort, wo er so ein schönes Buch entdeckt habe. Janis und Peteris erzählten, während sie sich gegenseitig ins Wort fielen, wie sie in das Fischerboot geklettert waren. Die Mutter schimpfte sie ein wenig, aber das Buch interessierte sie. Auch sie wusste nicht, um welche Schriftzeichen es sich handelte. »Ich frage Valdis«, sagte sie. »Der ist Kommissar und hat schon viel gesehen. Vielleicht kennt er sich damit aus.«
Da Valdis ihr Nachbar war, ging sie sofort ins Treppenhaus.
Janis und Peteris wussten nicht, wie sie erklären sollten, dass sie das Buch einfach aus einem der Boote im Hafen mitgenommen hatten, und getrauten sich deswegen nicht mitzugehen.
Aber Valdis schien nicht böse zu sein, jedenfalls sagte
Janis’ Mutter nichts dergleichen, als sie ein paar Minuten später zurückkam.
»Valdis sagt, dass sei Arabisch«, sagte sie. »Die Araber
schreiben so. Und sie schreiben rückwärts. Die letzte Seite
eines Buches ist bei ihnen die Titelseite.«
Janis nahm das Buch in die Hand und den und daher etwas dunkler und nicht mehr so schön, aber ansonsten war das Buch unbeschädigt. Merkwürdig waren jedoch die geschwungenen Zeichen auf der Rückseite. Janis und
Peteris hatten so etwas noch nie gesehen und wussten nicht,
was das für ein Buch war. Als sie es aufschlugen, sahen sie, dass alle Seiten mit ähnlichen Zeichen bedruckt waren.
»Das sind bestimmt magische Zeichen«, sagte Janis.
»Glaubst du nicht auch?«
Ein Zettel fiel aus dem Buch. Janis bückte sich und hob ihn
auf. Vier Zeilen, die ebenfalls aus diesen seltsamen Zeichen bestanden. Er legte den Zettel in das Buch zurück.
Als er wieder zu Hause war, zeigte Janis seiner Mutter ihren Fund. Sie fragte ihn sofort, wo er so ein schönes Buch entdeckt habe. Janis und Peteris erzählten, während sie sich gegenseitig ins Wort fielen, wie sie in das Fischerboot geklettert waren. Die Mutter schimpfte sie ein wenig, aber das Buch in interessierte sie. Auch sie wusste nicht, um welche Schriftzeichen es sich handelte. »Ich frage Valdis«, sagte sie. »Der ist Kommissar und hat schon viel gesehen. Vielleicht kennt er sich damit aus.«
Da Valdis ihr Nachbar war, ging sie sofort ins Treppenhaus.
Janis und Peteris wussten nicht, wie sie erklären sollten, dass sie das Buch einfach aus einem der Boote im Hafen mitgenommen hatten, und getrauten sich deswegen nicht mitzugehen.
Aber Valdis schien nicht böse zu sein, jedenfalls sagte
Janis’ Mutter nichts dergleichen, als sie ein paar Minuten später zurückkam.
»Valdis sagt, dass sei Arabisch«, sagte sie. »Die Araber
schreiben so. Und sie schreiben rückwärts. Die letzte Seite
eines Buches ist bei ihnen die Titelseite.«
Janis nahm das Buch in die Hand und bestaunte es. Er hattewirklich einen Schatz gefunden.

 

Copyright © 2020 Thomas Kanger